Überblick
FINN.AI MCP gibt einem KI-Assistenten einen kontrollierten Zugang zu Ihren SelectLine-Mandanten. Fragen lassen sich damit in normaler Sprache stellen, und auf Wunsch darf der Assistent auch Daten anlegen.
Der vollständige Produktname lautet FINN.AI MCP für SelectLine; im Text steht kurz FINN.AI MCP. In der Anwendung ist der Menüpunkt derzeit noch mit FINN.MCP beschriftet — gemeint ist dasselbe Modul.
Was das Modul kann
- Fragen in normaler Sprache — der Assistent liest Artikel, Adressen, Belege und Verträge aus dem Mandanten.
- Auf Wunsch schreiben — Adressen, Belege und Projekte anlegen und ändern, Bestände ein-, aus- und umlagern, Notizen und Telefonate ins CRM-Journal eintragen.
- Kontrollierter Zugang — nur die freigegebenen Werkzeuge, mit eigenem Schlüssel.
- Zugang von außen — abgesichert, wenn der Assistent nicht im eigenen Netz läuft.
Wofür es typischerweise eingesetzt wird
| Fall | Was das Modul dabei leistet |
|---|---|
| Auswertungen ohne Bericht | Fragen zu Beständen, Umsätzen oder Verträgen beantworten, ohne vorher eine Auswertung zu bauen |
| Datenpflege im Dialog | Adressen und Belege anlegen lassen, statt Masken durchzuklicken |
| Artikel aus einer Produktseite | Angaben von einer Lieferantenseite übernehmen und daraus einen Artikel anlegen |
Was das im Alltag bedeutet
Statt eine Auswertung zu bauen oder jemanden im Büro zu fragen, fragt man:
- Welche offenen Aufträge hat Kunde 10023?
- Welche Wartungsverträge laufen im Oktober aus, und was ist der Jahreswert?
- Wie viel haben wir von Artikel 4711 im letzten Quartal verkauft?
- Leg mir zu dieser Produktseite einen Artikel an, mit Lieferant und Einkaufspreis.
Der Assistent liest dazu direkt im Mandanten und formuliert die Antwort. Er arbeitet auf denselben Daten wie die SelectLine — es gibt keine Kopie und keinen nächtlichen Abgleich.
Umfang im Einzelnen
| Bereich | Umfang |
|---|---|
| Auskunft | Artikel, Kunden, Interessenten, Lieferanten, Belege, Projekte, freie CRM-Adressen |
| Verträge | Wartungs- und Kundenverträge samt Abrechnungszyklus und Jahreswert |
| Stammdaten anlegen | Kunden, Interessenten, Lieferanten mit Ansprechpartnern und Lieferadressen, Artikel, Projekte, Adressen; Interessent in Kunden wandeln |
| Belege | anlegen, ändern, Positionen pflegen, Nachfolgebelege erzeugen, als PDF ausgeben, löschen, einem Projekt zuordnen, manuell erledigen |
| Bestände | ein-, aus- und umlagern über eine manuelle Lagerung, auch mit Lagerplätzen, Serien- und Chargennummern |
| CRM-Journal | Notizen, Telefonate, Besuche und Wiedervorlagen eintragen |
| Artikelpflege | ändern, etwa inaktiv setzen oder die Artikelgruppe umhängen; Preis setzen, Lieferant verknüpfen, Bild hinterlegen |
| Auswertung | freie Abfragen über den gesamten Mandanten, nur lesend |
| Rechnungswesen | auf Wunsch: Buchungen, Kontensalden, Kostenrechnung und Anlagen lesen, je Wirtschaftsjahr |
Siehe Fragen stellen und Daten anlegen und ändern.
Woher er weiß, wo er suchen muss
Zwei Dinge unterscheiden FINN.AI MCP von einem Assistenten, der einfach auf eine Datenbank zugreift:
Ein beschriebener Katalog. Zu 429 Tabellen und Sichten der SelectLine und 6.338 Feldern ist hinterlegt, was darin steht; 776 Felder tragen zusätzlich den Verweis auf die Tabelle, über die sich ein Code oder Kürzel in Klartext auflösen lässt. Der Assistent schlägt darin nach, statt Feldnamen zu erraten.
Hinterlegte Auswertungsregeln. Für die Fragen, bei denen man in der SelectLine leicht falsch rechnet, sind die Regeln fest hinterlegt — etwa dass sich Mengen erst über die Belegkette ergeben, dass Belegarten je Mandant anders heißen, und was in der SelectLine der Unterschied zwischen Umsatz, Erlös, Aufwand und Einkaufspreis ist.
Das ist der Grund, weshalb gleiche Fragen gleiche Antworten geben. Ohne diese Regeln zählt ein Assistent beim zweiten Mal anders als beim ersten — und beides sieht plausibel aus.
Wer darauf zugreift
Der Zugang ist nicht an einen bestimmten Assistenten gebunden. Jede Verbindung weist sich mit demselben API-Schlüssel aus; unterschiedlich ist nur, wo der Assistent läuft:
| Weg | Für wen |
|---|---|
| Zugang im eigenen Netz | Assistenten auf einem Rechner im Firmennetz |
| Zugang von außen | Assistenten im Internet — etwa der Connector in Claude oder ein Agent in Copilot Studio |
Siehe Zugang im eigenen Netz und Zugang von außen.
Das Wichtigste vorweg
Es gibt keine abgestuften Rechte. Wer sich verbinden darf, darf alles, was der Assistent kann — auch schreiben und löschen. Der Zugang ist damit so schützenswert wie ein Administratorzugang zur SelectLine.
Bevor Sie ihn freigeben, sollten drei Fragen geklärt sein:
- Wer nutzt den Zugang?
- Darf er schreiben, oder soll zunächst nur gelesen werden?
- Beginnen wir in einem Testmandanten?
Siehe Sicherheit und Verantwortung.
Voraussetzungen
- FINN.AI MCP ist ein eigenes, lizenzpflichtiges Modul. Ohne Lizenz erscheint der Menüpunkt nicht.
- Die Einstellungen sind ausschließlich für Administratoren sichtbar, unter FINN.MCP → Einstellungen.
- Für den Zugang von außen wird eine eigene, über HTTPS erreichbare Adresse gebraucht. Was dafür im Einzelnen bei Ihnen stehen muss, zeigt die Checkliste Voraussetzungen für Copilot Studio.